Objektive

Canon EF-S 18-135mm f/3.5-f/5.6

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Nachdem die Frage nach dem Kamera-Gehäuse (Body) klar war, blieb die Frage, mit welchem Objektiv ich starten will. Das Standard-Kit-Objektiv ist das 18-55mm, aber das war mir dann doch ein bisschen zu eingeschränkt. Ich wollte von Anfang an gern ein Objektiv, mit dem ich einen größeren Bereich abdecken kann, mit dem ich auch mal etwas weiter Entferntes heranholen kann.

Ich habe mich also für das alternative Kit-Objektiv 18-135mm entschieden, und diese Entscheidung auch nicht bereut. Das Objektiv ist ein schönes Allround-Objektiv, und gerade bei Städte-Reisen hat es sich ziemlich bewährt. Denn gerade in Städten wechselt die Art der Motive stark zwischen Übersichtsansichten, bei denen ein Weitwinkel benötigt wird, und Detailansichten, für das ein Teleobjektiv vonnöten ist. Mit so einem großen Zoom hat man die dafür notwenige Flexibilität. Und man kann sich in vielen Situationen auch nicht alle Perspektiven immer „erlaufen“, wie es die Verfechter von Festbrennweiten gern propagieren. In der Tat fotografiere ich selbst mittlerweile auch weit überwiegend mit Festbrennweiten, aber es gibt Gelegenheiten, in denen so ein Zoom einfach Sinn macht.

Man erkauft sich diese Flexibilität allerdings mit moderater Lichtstärke, das muss man wissen. Für dunkle Tage oder in Innenräumen kann es schnell eng werden ohne zusätzliche Beleuchtung (lokal vorhandenes Licht oder z.B. Blitz). Deswegen nutze ich für solche Situationen mittlerweile meist andere Objektive.

Canon EF 50mm f/1.8 II

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[EDIT: Dieses Objektiv habe ich mittlerweile wieder abgestoßen, s.u.]

Wie in diesem Artikel erläutert, war dies mein zweites Objektiv. Von den im Blog erläuterten Motiven abgesehen, ist das Objektiv allein deswegen schon eine gute Wahl, weil man sehr kostengünstig an ein Objektiv mit großer Offenblende kommt. Das bedeutet, man kann die Vorteile der DSLR in Hinsicht auf Freistellen durch Unschärfen erst richtig nutzen.

Was man allerdings bedenken sollte: an einer Crop-Kamera wird aus dem 50er eine 80er Festbrennweite (KB-Äquivalent, Crop-Faktor 1.6). Das ist für Portraits sogar vorteilhaft, allerdings sollte genügend Platz zur Verfügung stehen. In Innenräumen kann es meiner Erfahrung nach schnell eng werden.

Ansonsten macht dieses Objektiv prima Bilder. Dafür muss man aber auch mit der Haptik des Plastikgehäuses klarkommen. Und auf Features wie Ultraschallmotor (leise, schnell, jederzeit Eingriff in den Fokus möglich) und IS (Bildstabilisator) verzichten. War für mich an der Stelle aber auch kein Problem. Allerdings – der Fokus von dem Ding rappelt schon ziemlich. Das habe ich gemerkt, als ich mit Magic Lantern eine programmierte Fokus-Verschiebung in einem Video aufgenommen habe. Auch das war jetzt kein größeres Problem, da ich den Audio-Part nicht benötigt habe. Aber schön ist anders.

Canon EF 50mm f/1.8 STM

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Wie zuvor beschrieben, hat mir das „kleine, einfache 50er“ lange Zeit gute Dienste geleistet, und war für den Zweck, für den ich es eingesetzt habe, prima. Allein die Haptik hat mir auf Dauer einfach nicht gefallen, so dass ich schon länger darüber nachgedacht hatte, dieses Objektiv auszutauschen.

Zunächst hatte ich dazu die Variante mit f/1.4 und USM im Visier. Laut einschlägigen Test-Sites waren die optischen Eigenschaften allerdings nicht deutlich besser. Dann folgte irgendwann diese Variante des 50ers, zu einem ähnlich günstigen Preis wie der Vorläufer, womit sich für mich ein vertretbarer Kompromiss auftat. Mit Verkauf meines Vorgängermodells hat es mich sogar kaum Aufschlag gekostet.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung des Fokusrings. Das manuelle Eingreifen, sprich, manuelle Fokussieren funktioniert nun nur bei aktiver (eingeschalteter, fokussierender) Kamera. Da ich aber selten manuell (nach-) fokussiere, kann ich damit leben. Ansonsten wirkt das Modell durchaus „wertiger“ als der Vorgänger, und für meine Zwecke passt es prima.

Ein Wort noch zur Gegenlichtblende: ohne würde ich nicht sein wollen, aber 30,-€ für ein Stück Plastik, das dann etwa so viel kostet wie 1/3 des ganzen Objektivs? Hm. Ich habe da ersatzweise eine Billig-Alternative aus Fernost bestellt. Hat zwar ein paar Tage gedauert, aber ich hatte ja keine Zeitnot, kam dafür aber mit 5,50€ inkl. Versand aus… und die tut’s auch!

Im Übrigen kann ich dieses Objektiv auch weiternutzen, sollte ich irgendwann auf eine Vollformatkamera wechseln (können). Auch wenn ich dieses Objektiv eher selten nutze, war es mir auch deshalb wichtig, nicht darauf zu verzichten.

Canon EF 35mm f/2.0 IS USM

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Dieses Objektiv bietet an meiner APS-C-Kamera mit effektiv 56mm KB-Äquivalent annähernd eine „Normal-Perspektive“. Nebenbei bietet diese Objektiv aber eine sehr große Offenblende, und damit ist dieses Objektiv mittlerweile zu meinem absoluten Immerdrauf-Objektiv geworden. Ich kann in fast allen Lichtsituationen prima Fotos erreichen, der Bildwinkel ist brauchbar, auch in engen Innenräumen, und auch bei Offenblende habe ich bereits hervorragende Abbildungseigenschaften mit diesem Objektiv.

Bei einer solch kleinen Brennweite sollte man allerdings – trotz großer Offenblende – nicht allzu viel Hoffnung auf Freistellung durch Unschärfe setzen, denn man muss bei dieser Brennweite schon sehr nah herangehen, um die entsprechenden Effekte zu erreichen, und das hat ja durch die Naheinstellgrenze auch eine natürliche Begrenzung. Zudem kommen dann Motivverzerrungen bereits zum Tragen, wie man sie von Weitwinkelaufnahmen kennt, bei denen nah am Motiv fotografiert wurde (lange Nasen / Beine o.ä.). Das geht dann mit einer längeren Brennweite wie dem vorgenannten 50er mit f/1.8 deutlich besser.

Wie auch schon bei meinem zweiten Objektiv (die 50er Festbrennweite) habe ich bei diesem Ausbau auch erwogen, dass ich ein Objektiv wähle, das auch an einer Vollformat-Kamera weiterhin brauchbar ist und gute Abbildungseigenschaften bietet, um für zukünftige Ausbauten in dieser Richtung gewappnet zu sein.

Ich persönlich mag dieses Objektiv jedenfalls sehr, und nutze es ausgiebig.

Tamron AF 4,0-5,6/70-300 Di VC USD Canon

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Lange Zeit wollte eher im Weitwinkel unterwegs sein, und konnte mit dem Tele-Bereich nicht wirklich viel anfangen. Bis ich durch eine statische Auswertung eines Event-Shootings irgendwann mal festgestellt hab, wieviel ich tatsächlich in den entsprechenden Brennweiten-Bereichen meines Standard-Zoom-Objektivs unterwegs war.

Das Tele, das ich mir daraufhin zugelegt habe, ist ein absoluter Kompromiss. Einerseits wollte ich einen gewissen Brennweiten-Bereich abdecken – wenn schon Tele, dann sollte es bitteschön auch eine gewisse „Länge“ erreichen, 200mm fand ich da schon recht knapp… Zum zweiten wollte ich unbedingt eine feststehende Frontlinse haben, um einfach mit Filtern arbeiten zu können (was ich aber bislang nicht gemacht habe… 😐 ). Es sollte zudem über einen Bildstabilisator verfügen, da ich nicht immer mit einem Stativ arbeiten kann (bzw. will). Und es sollte natürlich möglichst lichtstark sein.

So etwas gibt es auch – es ist allerdings nicht bezahlbar… (zumindest für mich)… Deswegen habe ich längere Zeit nach einem Modell gesucht, das die vorgenannten Kriterien mit vertretbaren Kompromissen bieten kann, und sich trotzdem auch noch optisch in den Test-Sites einigermaßen schlägt. Ach so, und es sollte – wie schon bei den Objektiven zuvor – möglichst auch mit einer Vollformat-Kamera nutzbar bleiben, um für eine zukünftige Umstellung gewappnet zu sein.

Den wesentlichen Kompromiss muss man, wie meist, bei der Lichtstärke eingehen. Alles, was auch nur eine feste Lichtstärke von f/4.0 oder besser ermöglicht, war einfach jenseits der Verhältnisse meines Geldbeutels. Zumal ich zu dem Zeitpunkt der Anschaffung noch nicht absehen konnte, wieviel ich das Objektiv nutzen würde. Ist aber auch nicht so schlimm, da ich, wie ich dann im Gebrauch festgestellt habe, in den allermeisten Fällen genug Licht auch für kleinere Blenden (f/7.1, f/8) zur Verfügung habe. Nur dann und wann gibt es schonmal Situationen, wo es dann doch eng wird.

Denn man stößt mitunter doch recht schnell an die Grenzen. Das Objektiv sollte man idealerweise mindestens eine (ganze!) Stufe, eher zwei abblenden, um optimale Schärfe zu erhalten. Das muss man sich an der Kamera dann bei engeren Lichtverhältnissen durch längere Belichtungszeiten oder eine höhere Empfindlichkeit (ISO) erkaufen. Die Belichtungszeiten sind aber durch Verwackler im Motiv (z.B. Personen/Models, die sich bewegen) begrenzt, selbst wenn die Zeiten durch den Stabilisator – theoretisch – deutlich länger gewählt werden könnten. Und die Empfindlichkeit (ISO) erhöhen geht auch nicht immer, denn speziell bei meiner Kamera (600D) bemerke (zumindest!) ich bereits ab ISO800 ein deutliches Bildrauschen.

Aus diesen Gründen denke ich momentan auch über eine Erweiterung im Tele-Bereich nach. Die einzige, finanziell gerade noch vertretbare Option sind dabei wiederum Festbrennweiten, die zwar auf eine Brennweite festgelegt sind, dafür aber eine deutlich bessere = größere Offenblende bieten bei zugleich deutlich besseren Abbildungseigenschaften. Dfür müssen die erschwinglichen Modellen auch ohne Stabilisator auskommen, was die Belichtungszeiten wiederum ein wenig einschränkt.

Nun, wir werden sehen – erst einmal muss das Geld dafür da sein… wie immer… 🙄

Ansonsten will ich zwei Dinge an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen. Zum einen ist der Zoom – aus Canon-Sicht – hier „verkehrt“ herum. D.h. die Drehrichtung um von langen zu kurzen Brennweiten zu gelangen, ist hier genau umgekehrt als bei Canon-Zoom-Objektiven üblich. Da muss man dann schon mal umdenken.

Zum anderen ist es auch ein wenig ungewohnt, dass Lightroom bei der Bearbeitung nicht von Haus aus das Objektiv aus den Bilddaten kennt, sondern man es bei der Objektivkorrektur explizit angeben muss (auch wenn es dann sofort bestimmt wird).

Aber mit diesen Punkten lässt sich gut leben. Für mich ist das Objektiv immer noch der perfekte Kompromiss, und ich habe bereits sehr viele, schöne Bilder damit aufgenommen. Es ist mittlerweile zu einem weiteren Lieblings-Objektiv avanciert, gleich hinter meinem „Immerdrauf-Objektiv“, der 35er Festbrennweite.

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